audio web

Nachbericht: Das Zauber…ähm Taubertal Festival 2016

Jedes Jahr im August verwandelt sich die Eiswiese unterhalb der Stadt Rothenburg o.d. Tauber in das Taubertal Festival (TTF). Julian und Lea haben es sich nicht nehmen lassen, das Festival zu besuchen und im Auftrag von funklust so Einiges erlebt.

Erster Eindruck

Taubertal-typisch: Regen! Ohne Schlamm wäre das Festival aber auch langweilig. Zum Glück konnten wir die Zeit mit der Akkreditierung überbrücken. Die Anreise beim Taubertal ist problemlos – bereits auf der Autobahn ist der Weg zum Checkpunkt Camping Berg ausgeschildert. Wir konnten uns die Bergtour aber sparen und haben einen Platz im Green Camping ergattert. Bereits am Freitag war vom “Green” an vielen Stellen nicht viel übrig geblieben. Das Thema Sauberkeit wurde offensichtlich sehr unterschiedlich interpretiert…

Gleich vorneweg: Am Montag sah das Ganze wieder deutlich besser aus. Fast alle Besucher haben ihren Zeltplatz sehr sauber hinterlassen. Der Aufreger im Vorfeld: Das Rucksack- und Taschenverbot hatte auch Auswirkungen auf die Vertreter der Presse: Ohne magentafarbene Weste keine Fototasche! Immerhin hat man die Fotografen so gleich erkannt…

Umwelt und Sicherheit

Damit man über alles informiert ist, was eine Veranstaltung betrifft, spricht man am Besten mit dem Veranstalter. Das war beim Taubertal nicht anders und so haben wir uns Veranstalter Florian Zoll und den Umweltbeauftragten Florian Vogel vors Mikro geholt und ihnen während der Backstage-Führung einige Fragen gestellt. Zwei Themen sind den Organisatoren besonders wichtig: Der Umweltschutz und – gezwungenermaßen – die Sicherheit der Besucher.

50 bis 80 Tonnen Müll jährlich werden hier produziert. Jedes Zelt, das wieder mit nach Hause und nächstes Jahr wieder mitgenommen wird, ist einfach gut für uns. Das ist gut für die Natur, gut für den Umweltverbrauch und schont auch letztlich den Geldbeutel der Besucher; denn je mehr Müll entsteht, umso teurer werden irgendwann die Karten. (Florian Vogel)

Rothenburg vom Konzertgelände aus - eine malerische Kulisse.

Rothenburg vom Konzertgelände aus – eine malerische Kulisse.

Zeltheld

Auch wir haben dieses Jahr am unteren Zeltplatz, dem sogenannten Green Camping, unsere Zelte aufgeschlagen. Wer selbst aber keine Lust, keine Zeit oder sogar kein eigenes Zelt hat, für den sind die Zelthelden vor Ort. Was die genau machen, gibts hier zum Nachhören:

Martin Schmid, Inhaber von Zeltheld (Full Service Camping) - im Hintergrund sind einige der Zelte zu sehen.

Martin Schmid, Inhaber von Zeltheld (Full Service Camping) – im Hintergrund sind einige der Zelte zu sehen.

Mit den besten Luftmatratzen der Welt. Wie so ein Hostel auf dem Festival!

Kenn Dein Limit

Was gehört zu einem Festival? Musik, Camping und Bier. Damit die Besucher über den richtigen Umgang mit Alkohol informiert werden, waren die Peers von der Kampagne “Alkohol – kenn dein Limit” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf dem Festival-Gelände unterwegs. Was die Peers genau machen, dass hat uns Elias im Interview verraten.

Wir sind ja nicht hier um Vorschriften zu machen oder Leute zu ermahnen sondern einfach auch ein bisschen aufzuklären, Leute zum Nachdenken anzuregen…

Die "Kenn dein Limit" Kampagne klärt über die Auswirkungen von Alkohol auf und sensibilisiert Besucher über die Folgen von übermäßigem Alkohol-Konsom

Die “Kenn dein Limit” Kampagne klärt über die Auswirkungen von Alkohol auf und sensibilisiert Besucher über die Folgen von übermäßigem Alkohol-Konsum.

Das Allerwichtigste ist immer: super viel Wasser trinken! Auch wenn man zwischendurch mal ‘n Bier trinkt […] nie das Wasser vergessen. Und auch Radler ist halt kein Wasser-Ersatz…

Pfeffi

Neue Liebe -> Pfeffi in der Familienpackung

Außer interessante Infos über die Wirkung von Alkohol zu verbreiten, versuchen die Peers aber auch ungewollten Folgen vorzubeugen: Kondome gab’s umsonst…

Am (späten) Samstag Vormittag haben wir uns auf dem Zeltplatz herumgetrieben und die Besucher gefragt, was sie so zum Frühstück gegessen haben und was das Nützlichste ist, das sie mitgenommen haben.

Nach Auswertung der statistisch repräsentativen Umfrage stellen wir fest: Pfeffi erfreut sich außergewöhnlich großer Beliebtheit.

Green Camping Messe

Sonntag Mittag gibt es beim Green Camping eine besondere Tradition. Um 12.30 Uhr findet eine Messe statt, die jedes Jahr unter einem anderen Motto gefeiert wird. Dieses Jahr stand “Weihnachten” auf dem Programm. Der selbsternannte Priester Daniel Muche schart einen Männerchor um sich, der für die musikalische Untermalung sorgt. was genau es mit der Messe auf sich hat, hat er uns im Interview verraten.

Daniel ist der offizielle "Priester" am Green Camping - die diesjährige Predigt steht unter dem Motto "Weihnachten"

Daniel ist der offizielle “Priester” am Green Camping – die diesjährige Predigt steht unter dem Motto “Weihnachten”.

Seit zwei Jahren haben wir einen Männerchor. Dirigenten haben wir auch. Sind jetzt in der Zwischenzeit um die 180 Leute, die jedes Jahr da sind.

Pünktlich um kurz vor halb eins wurde auch die “Glocke” geläutet – improvisiert in Form einer Pfanne und eines Schöpflöffels. Der helle Klang (beim Kenn-Dein-Limit Interview am Ende zu hören!) reichte bis zum Sanitär-Container und so versammelte sich die Green-Camping Gemeinde um das Taufbecken (siehe Bild).

Die Green Camping Messe am Sonntag Vormittag ist gut besucht.

Die Green Camping Messe am Sonntag Vormittag ist gut besucht. Zur Sicherheit hatte Daniel sogar zwei Security engagiert. Die hatten zwar offiziell keinen Dienst, haben es sich aber nicht nehmen lassen, der Messe in “Dienstkleidung” beizuwohnen.

Der Green-Camping Männerchor probt für den Gottesdienst am Sonntag

Der Green-Camping Männerchor probt für den Gottesdienst am Sonntag.

Den Männerchor haben wir während der Generalprobe aufgenommen und können und wollen ihn euch nicht vorenthalten:

Zur Messe selbst wurde dem Männerchor dann doch noch weibliche Unterstützung in Form einer Blockflötenbegleitung zuteil.

Bands und Resümee

Neben dem ganzen Drumherum darf man beim Taubertal natürlich nicht die ganzen Bands vergessen und das Line-Up dieses Jahr konnte sich auf jeden Fall sehen lassen: Sum41, WIZO, Die Fantastischen Vier, Monsters of Liedermaching, Limp Bizkit, John Coffey, Fjørt, Donots, Moop Mama, Clutch usw.

Meine Highlights waren definitiv Monsters of Liedermaching, die es geschafft haben Sonntag Nachmittag als erste Band des letzten Tages total viele Leute vor die Hauptbühne zu ziehen. Boysetsfire sind auch immer wieder einen Besuch wert und ich habe mich mal wieder in die Stimme des Clutch Sängers Neil Fellon verliebt. Limp Bizkit und Die Fantastischen Vier haben mir außerdem ins Gedächtnis gerufen, dass auch ich nicht jünger werde.

Julian hatte ein Déja-Vu und wurde an seinen letzten Besuch vor fünf Jahren erinnert:

Meine persönlichen Highlights waren wieder die Monsters of Liedermaching, die Donots und Fanta 4. Die hab ich vor fünf Jahren schon gesehen, als ich fürs Fraunhofer IIS am Festival Aufnahmen gemacht hab.  Irgendwie enttäuscht haben mich K.I.Z. und Limp Bizkit. Da hat mir irgendwie die Connection zum Publikum gefehlt.

Positiv überrascht hat mich Clutch. Der Auftritt war einfach nur grandios und die Stimmung entsprechend bombastisch. Die Emergenza-Teilnehmer Owing to the Rain aus München waren echt sympatisch und haben beim Auftritt gut abgeliefert. Die behalten wir mal im Auge.

Beim Lineup haben die Veranstalter wieder gute Arbeit geleistet. Die zeitliche Abstimmung  zwischen Mainstage und Sounds for Nature Bühnen soll im kommenden Jahr besser werden. Im Vorfeld wurde vor allem das Taschenverbot heiß diskutiert. Das lag zum Teil auch an der etwas holprigen Kommunikations-Strategie seitens der Veranstalter. Die Fragen, wo genau und vor allem zu welchen Zeiten das Verbot gilt, wurden erst nach und nach verteilt auf Webseite, Facebook und Tauberplanscher veröffentlicht. Ein Update des Lageplans wäre echt cool… Vor Ort war das Problem weitaus kleiner, als befürchtet. Fast alle Besucher hatten sich darauf eingestellt und die Security war immer freundlich und hilfsbereit.

Bereits in diesem Jahr mussten die Plätze auf dem Campingplatz Tal (Green Camping) reserviert werden. Für 2017 muss man das bereits beim Ticketkauf machen – die Chancen jetzt noch einen Platz im Green Camping zu bekommen sind damit verschwindend gering. Insgesamt stehen nur ca. 1500 Tickets für den Campingplatz Tal zur Verfügung. Aber auch hier könnte sich eine Lösung entwickeln: Auf der Pressekonferenz am Sonntag wurde laut über ein weiteres Green Camping nachgedacht. Dann zwar nicht im Tal, aber immerhin. Konkretes gibt es aber noch nicht…

Fotos, Fotos, Fotos…

Bericht: Lea Maria Kiehlmeier

Fotos: Julian Popp, Lea Maria Kiehlmeier