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Album der Woche KW 46: Nick Garrie – The Moon And The Village

Dieses Mal kommt unser Album der Woche von einem Künstler, der alles andere als ein Newcomer ist, aber trotzdem erst sehr wenige Alben produziert hat. Nick Garrie bringt am 24.11. seinen Longplayer The Moon And The Village auf den Markt. Die Geschichte seiner Karriere bis zum heutigen Tag ist dabei außergewöhnlich.

Schon im Jahr 1969, mit gerade einmal 19 Jahren, veröffentlicht der junge Nick Garrie sein erstes Album The Nightmare of J. B. Stanislas. Ohne Promotion und Unterstützung des Labels wurde sein Debüt aber gar nicht wahrgenommen. Enttäuscht machte Nick seinen Schulabschluss nach, doch 1976 kehrte er unter dem Alias Nick Hamilton mit einem neuen Album zurück – das auch kein großer Erfolg wurde. Stattdessen arbeitete Nick als Manager eines Ski-Resorts in den Schweizer Alpen. 1984 schaffte er wieder unter dem Namen Nick Hamilton mit einem neuen Album zumindest einen kleinen Erfolg in der spanischen Charts.

In der Zwischenzeit hatte seine erste Platte unter Eingeweihten bereits Kultstatus erreicht und wurde aufgrund ihrer niedrigen Stückzahl für hohe Preise gehandelt. 2005 wurde sie dann endlich re-released und Nick gewann viele neue Fans hinzu. In der Zwischenzeit kamen 1994 und 2002 zwei weitere Alben auf den Markt. Mit einem neuen Album pro Jahrzehnt hat es Nick Garrie trotzdem geschafft, immer wieder ins Musikbusiness zurückzukehren. Und jetzt, im Jahr 2017, geht es weiter.

The Moon And The Village ist wunderbare, echte Singer/Songwriter-Musik, die an Nicks Zeitgenossen Sting oder Cat Stevens erinnert. Man hört sofort, dass da ein alter Musikhaudegen steht –im besten Sinne. Die 60er und 70er Jahre klingen auch in seinen neuen Songs immer wieder an, zum Beispiel über die Art und Weise, wie er Klavier oder Gitarre spielt und singt. Die Songs sind schön, zerbrechlich und zurückhaltend. Das macht sie aber auch sehr einfühlsam und bewegend. Ein ganz tolles Album, um zur Ruhe zu kommen.

Text: Julia Riese
Bild Credits: Alison Wonderland