Country, Etwas Weißes? Damit räumt Beyonce in ihrem Album Cowboy Carter auf. Country als Statement gegen Rassismus. Als schwarze Künstler*in endlich die Grenzen brechen in diesem Genre, genau das hat Beyonce geschafft. Voll Liebe zu dem Genre und dennoch Rebellion, um ihren Platz einzunehmen.

Cowboy Carter ist mittlerweile das achte Album der Sängerin Beyonce Entgegengesetzt der bisherigen Genres ihrer Alben wirkt ”Cowboy Carter” auf den ersten Blick wie ein klassisches Country-Album.
Songs wie „Texas Hold ’Em“ greifen typische Elemente der Country musik auf. Gleichzeitig zeigt sich schnell, dass das Album weit über Country hinausgeht. Beyoncé verbindet unterschiedliche musikalische Einflüsse und macht daraus ihren ganz eigenen Sound.
Beyoncé selbst beschrieb das Album deshalb nicht einfach als Country-Album, sondern als ein „Beyoncé-Album“. Und genau das wird beim Hören deutlich. „Cowboy Carter“ funktioniert weniger wie eine Sammlung einzelner Songs, sondern vielmehr wie ein zusammenhängendes musikalisches Kunstwerk, bei dem trotzdem jeder Song seine eigene Geschichte erzählt.
Besonders auffällig ist dabei der bewusste Einsatz echter und traditioneller Instrumente. Neben Gitarren und Banjos finden sich Streicher und zahlreiche organische Klänge. Teilweise erinnern die Geräusche sogar an die Natur – etwa an Wind oder Tiere.
Hinter dieser musikalischen Entscheidung steckt allerdings noch mehr. „Cowboy Carter“ beschäftigt sich auch mit der Frage, wem Country-Musik eigentlich gehört. Das Genre wird häufig mit einer weißen Amerikaner*innen verbunden. Beyoncé stellt dieses Bild bewusst infrage und macht deutlich, dass schwarze Künstler:innen ebenfalls Teil der Country Musik sind.
Bereits 2016 veröffentlichte Beyonce mit „Daddy Lessons“ einen Song mit deutlichen Country-Einflüssen und trat damit sogar bei den Country Music Awards in Nashville gemeinsam mit den Dixie Chicks auf. Rund um „Cowboy Carter“ gab es leider rassistische Kritik. Der Country-Radiosender KYKC erklärte beispielsweise, grundsätzlich keine Musik von Beyoncé zu spielen, weil es sich um einen Country-Sender handle.
Gerade deshalb bekommt das Album eine zusätzliche Bedeutung. Beyoncé macht nicht einfach Country-Musik, sondern eignet sich ein Genre an, in dem sie als schwarze Künstlerin lange nicht selbstverständlich akzeptiert wurde. „Cowboy Carter“ wird damit auch zu einem Statement darüber, wer Musikrichtungen prägen und für sich beanspruchen darf.
Diese Auseinandersetzung mit Herkunft und Identität findet sich auch in einzelnen Songs wieder. Besonders auffällig ist „Daughter“, in dem Beyoncé ihre Beziehung zu ihrem Vater und dessen Einfluss auf ihre eigene Persönlichkeit reflektiert. Der Song knüpft dabei thematisch an „Daddy Lessons“ an. Während sie dort beschreibt, was ihr Vater ihr mitgegeben hat, geht es in „Daughter“ stärker darum, was diese Prägung aus ihr gemacht hat.
Neben eigenen Songs finden sich auf „Cowboy Carter“ auch mehrere Coverversionen. Dazu gehören unter anderem „Jolene“, „Oh Louisiana“ und „Blackbird“. Gerade für eine Künstlerin wie Beyoncé ist die Entscheidung, bekannte Songs neu aufzunehmen, . Statt sich ausschließlich auf eigene Hits zu verlassen, präsentiert sie die Stücke selbstbewusst als Teil ihres musikalischen Konzepts.
Am Ende ist „Cowboy Carter“ damit vor allem ein Album über musikalische Grenzen. Beyoncé zeigt, dass Country nicht auf eine bestimmte Hautfarbe oder Herkunft beschränkt ist.

