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Album der Woche KW49: The Pretty Wild – zero.point.genesis

Metalcore Powerhouse The Pretty Wild hat Ende November ihr erstes Album veröffentlicht. zero.point.genesis setzt nun erstaunlich unerwartete Highlights.

Bild: wearetheprettywild.com

Sonderlich neu wirken einige der Songs nicht. The Pretty Wild veröffentlicht mittlerweile bereits seit drei Jahren regelmäßig neue Songs, von denen einige noch nicht mal mehr auf diesem Album gelandet sind. Auf zero.point.genesis sind trotzdem circa die Hälfte neu veröffentlicht worden, weswegen sich das Album alleine deshalb schon lohnt.

Wer nun denkt, die Band hätte nur eine sehr ausführliche Promophase durchgezogen, dem/der muss ich widersprechen. Das Album kam fast ohne Vorankündigung. The Pretty Wild produziert einfach regelmäßig neue Musik und hat dieses Album dann einfach veröffentlicht. Das Bedürfnis, ein Album zu veröffentlichen, dürfte eher damit zusammenhängen, dass sie in den letzten zwei Jahren sehr viel Zuspruch und neue Fans erhalten haben. 2025 haben sie auch die eine Millionen Hörer:Innen geknackt. 2026  kommen sie sogar das erste Mal nach Europa. 

Für eine Band, die erst 2023 begonnen hat, ist das natürlich ein sehr schneller Aufstieg. Dieser dürfte sich vor allem durch ein sehr geschicktes Marketing auf Social Media erklären. Aber auch Features mit Magnolia Park oder Deadlands könnten geholfen haben. Die Band ist in Szenenkreisen auch etwas durch ihre Drops viral gegangen.

Die beiden Schwestern Jyl und Jules Wyld (daher auch der Name The Pretty Wild) setzen vor ihre Drops – ich stells mal in Anführungszeichen, weil mir kein besseres Wort dazu einfällt – Geräusche, die zum Text oder zur Stimmung des Songs passen. In sleepwalker, der nur auf der CD als Bonustrack vertreten ist, kommt ein passendes Husten direkt vor dem Scream. Oder in button eyes lautet die Zeile vor dem Drop “Cut out the Parasite” und anschließend hört man ein Messerschleifen oder Scherenwetzen. Die beiden setzen das auf jeden Fall sehr gekonnt und clever in Szene. 

Ich persönlich feiere das Konzept und den Vibe der Band sehr. Sie setzen Highlights in ihren Songs, machen sich tatsächlich Gedanken über ein Album und setzen dort einen Bonustrack drauf (wirkt schon fast Oldschool) und experimentieren dabei stimmlich und musikalisch so ziemlich alles aus, was irgendwie mit Metal zu tun hat und hauen dabei einen Banger nach dem anderen raus. Das sind zwei Schwestern, die einfach Bock haben Musik zu machen und das wirkt auf mich sehr erfrischend. Ergänzt werden die beiden durch ein unglaublich starkes Schlagzeug. Besonders der Song hALf aLiVe und zero.point.genesis haben es mir hiermit angetan. Das Schlagzeug klingt hier schon fast harmonisch perfekt eingearbeitet.

Aber das sind nicht die einzigen starken Songs auf dem Album. Quasi jeder Song ist ein Treffer. Dabei haben Jyl und Jules es auch geschafft, alles an Bandbreite abzudecken, was das Metalcore Herz bedarf. Es sind ruhige, gefühlvolle Songs dabei, harte Banger oder aber melodischer Core – und dabei ergänzen sich ihre Screams and Clear Vocals so gut, dass es schon fast übernatürlich wirkt.

Wie ihr merkt, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht raus. Das Gesamtkonzept geht auf jeden Fall voll auf. Stimmlich, musikalisch, sympathisch… Alles passt – und dabei ist das erst das Debütalbum!

Autor: Moritz Meckl

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