Nach ihrem massiven Durchbruch mit Tekkno ist Electric Callboy nun zurück mit ihrem neuen Album TANZNEID. Das verspricht gute Laune, sehr viel Power und einige Stilbrüche.

Mit Tekkno hat Electric Callboy den ersten Schritt zur Weltband gemacht. Ausverkaufte US-Touren und Headliner-Besuche auf Festivals. TANZNEID legt hier in allen Sinnen nochmal einen drauf. Der “Absurditätsfaktor” wird nochmal aufgedreht und Electric Callboy beweist uns erneut , dass Metal und Electro erstaunlich gut zusammen passen.
Im Vergleich zu früher, als sich die Band noch unter einem (etwas problematischen Namen) verkauft hatte, ist jetzt viel mehr Electro dabei. Die Mischung ist dabei auch sehr gelungen und macht einfach gute Laune. Welches Genre das letztendlich ist, ist völlig irrelevant. Die Metal Parts sind nach wie vor vorhanden und passen sehr gut zusammen mit den Gesangsparts und den etwas stärkeren EDM-Parts. Wem das zu wenig Metal ist, kann sich einfach mal bei den Samurai Pizza Cats umhören.
Für alle, die das nicht wissen, der Screamer von Electric Callboy, Kevin Ratajczak, hat mittlerweile noch ein zweites Bandprojekt am Start, in dem es deutlich härter zugeht. Dementsprechend ist auf Tanzneid mehr Platz für Massentaugliche Songs. Wobei da nichts Generisches dabei ist. Jeder Song strotzt nur so von Power.
Einzig etwas enttäuschend ist, dass das Album etwas kurz ist und eigentlich nur bereits veröffentlichte Songs enthält. Es waren nur zwei Songs tatsächlich neu, plus drei Remixe. Dazu kommen zwei Coverversionen, die nur bedingte Highlights sind.
Trotzdem ist das Album als Ganzes ein Highlight. Einige Songs überzeugen schon lange: Elevator Operator passt perfekt in das Electric Callboy Rezept. Ratatata, der übrigens auch auf dem neuesten Album von Babymetal vertreten ist, hält auch nach zwei Jahren immer noch stand. Die Remixes funktionieren und sind auf ihre eigene Art sehr unterhaltsam. Da sind spannende Interpretationen dabei. Aber das Highlight ist vermutlich der Song, der auf Rock im Park Premiere gefeiert hat. Electric Callboy hat “Let the Good Times Roll” auf Rock im Park nicht nur zum ersten Mal gespielt. Zusätzlich haben sie auch noch den Feature Gast The Offspring live dazugeholt. Und der Song könnte keinen besseren Namen haben. Er macht auch gute Laune – so wie das gesamte Album – und ist eine Antithese zum vorletzten Album von The Offspring “Let the Bad Times Roll”.
Autor: Moritz Meckl

