Die Songs der britischen Künstlerin Paris Paloma treffen einen Nerv: Regelmäßig gehen sie in den sozialen Medien viral. Nun hat sie ihr zweites Album veröffentlicht.

Eine eigene Tour, eine Songperformance für den Anime-Film The Lord of the Rings: The War of the Rohirrim, ein Fernsehkonzert bei arte und noch mehr virale Songs in den sozialen Medien: Seit ihrem Durchbruch mit Labour (2023) und dem darauf folgenden Release ihres ersten Albums Cacophony (2024) ist bei Paris Paloma einiges passiert. Mittlerweile hat sie sich einen Namen gemacht, insbesondere für ihre selbstbewussten Texte, die oft übersehene weibliche Perspektiven aufgreifen. Sie bezieht sich dabei unter anderem auf Mythen, Sagen und Märchen.
In ihrem neuen Album The Fatal Flaw thematisiert die studierte Künstlerin und Kunsthistorikerin Paris Paloma zudem Kunst und ihre Beziehung dazu. So beschreibt sie in Rothko und I Cry in Front of Paintings ihre persönlichen Erfahrungen mit Gemälden. Und mit Miyazaki hat sie eine kämpferische Anti-KI-Hymne geschaffen. Dennoch kommen auch die weiblichen Perspektiven, für die sie bekannt ist, nicht zu kurz. Der Song Good Boy ging bereits ein Jahr vor Erscheinen des Albums viral und setzt sich mit Erwartungen an (junge) Männer auseinander, analog dazu handelt Good Girl von den Erwartungshaltungen an (junge) Frauen. Ein Highlight des Albums ist Pyrrhus (you go where I cannot), in dem sie Deidameia, der Mutter von Achilles’ Sohn Neoptolemos (als Junge Pyrrhos genannt), eine Stimme gibt und sie ihren Sohn betrauern lässt. Wer dabei an den Pyrrhussieg denkt: Diese Redewendung bezieht sich tatsächlich nicht auf Neoptolemos, sondern auf den historischen König Pyrrhos I., der Griechenland unter einem hohen Blutzoll und letztlich vergeblich gegen das römische Reich verteidigte.
Klanglich bleibt Paris Paloma sich auf The Fatal Flaw treu, entwickelt sich aber gleichzeitig weiter. Ihr Sound ist deutlich reichhaltiger und zielstrebiger, aber keineswegs langweilig. Sie selbst sagt, sie wollte das Gefühl schaffen, dass die Lieder für große Hallen gemacht sind, nicht für “kleine Dinge”.
Mit ihrem neuen Album geht Paris Paloma aktuell auch auf Tour. Tickets für Vorstellungen in Deutschland sind allerdings bereits ausverkauft. Wer sie gerne live sehen möchte, hat aber ab Februar bei der Everybody Scream Tour von Florence + the Machine wieder die Gelegenheit dazu. Da wird sie nämlich als Unterstützung dabei sein.
Live-Termine in Deutschland (Everybody Scream Tour mit Florence + The Machine):
- 26. Februar: Köln (Lanxess Arena)
- 4. März: München (Olympiahalle)
- 9. März: Berlin (Uber Arena)

