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Album der Woche KW 17: Mauli – Autismus x Autotune

Mauli ist ein 24-jähriger Rapper aus Berlin. Erste Aufmerksamkeit erlangte er damals beim VBT Battle Tunier. Dazu gibt es auch eine ganz lustige Geschichte: bei diesem Tunier musste er nämlich für seinen Kollegen einspringen – ist dann nach eigener Aussage mit seinem ersten Video bereits ausgeschieden. Dennoch erhielt er dermaßen gutes Feedback, dass es unumgänglich schien, weiterhin Musik zu machen.

Maulis Rap war damals gespickt mit Anfeindungen und Gags. Das ist selbstverständlich – was soll man auch anderes von einem Battlerapper erwarten? Außerhalb des Tuniers lässt sich seine Musik wohl als Trap bzw. Cloudrap bezeichnen.

Zunächst einmal kann man festhalten, dass Mauli auf musikalischer Ebene ganz klar auf diesem Genre zugehörige Elemente zurückgreift: 808´s und Autotune. Die Beats variieren dabei von verträumter bis aggressiver Stimmung. Immerwieder sind seine Melodien teils monoton, teils disharmonisch, was ihm seinen markanten Stil verleiht. Darüber hinaus überzeugen aber auch seine Texte: Drogen, Nutten, Cash und teure Autos. Diese Themen sind erfolgsversprechend und dominieren nahezu die gesamte Rapszene. Doch Mauli schafft es, diese Themen nahezu vollkommen zu ignorieren und gekonnt zu umgehen.

Sein vorheriges Album Spielverderber aus dem Jahr 2015 wurde größtenteils von Morten, Teil der Berliner Gruppe Immer ready, produziert. Da hatte Mauli auch schon mitgewirkt, doch sein neues Album hat er in Eigenregie produziert. Mauli hat sich die nötige Zeit genommen, sich weiterzuentwickeln. Eine 180 Grad- Kehrtwende hat er nun nicht hingelegt. Sein Stil ist weiterhin erkennbar. Aber wer sich auf neuen Beef und Entertainment freut, wird hier wohl zunächst einmal enttäuscht zurückgelassen. Thematisch geht es häufig um seine Unabhängigkeit und die Niederträchtigkeit der Rapszene. So heißt es:

Ich will kein Vertrag und ich will mich nicht vertragen

Das Album ist deutlich Ich-bezogener, lässt es sich aber nicht nehmen, gezielte Seitenhhiebe gegen die Rapszene zu verteilen. Autismus X Autotune ist in musikalischer Hinsicht jedem Trap-Liebhaber zu empfehlen. Es sticht aus der breiten Masse hervor, da hier nicht die ausgelutschten Themen behandelt werden und die Stimmung ein weites Spektrum, von melancholisch bis manisch umfasst.

Mauli wird im Mai seine Ewig-Tour starten und am 15.05 auch in München spielen. Insgesamt finden allerdings nur fünf Konzerte statt.

Text: Ulrich Berggötz