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Album der Woche KW 42: Alligatoah – Schlaftabletten, Rotwein V

Schlaftabletten, Rotwein V heißt Alligatoahs neues Album, das gleichzeitig die fünfte Platte seiner Mixtape-Reihe ist, die er 2006 begann.

Aufgewachsen ist Lukas Strobel, so Alligatoahs bürgerlicher Name, in einem beschaulichen, ruhigen Dörfchen in Niedersachen. Seine Mutter ist Tänzerin und sein Vater Theaterschauspieler, von dem er sich offensichtlich viel abgeschaut hat. Er selbst bezeichnet sich nämlich als Schauspielrapper und schlüpft gerne für jeden Song in eine andere Rolle, meistens in die eines Antihelden, da er sich so, wie er selbst sagt, auch ernsten Themen nähern könne.

Dies ist ihm auch auf seinem neuen Album eindrucksvoll gelungen. Mit seinen markanten Wortspielen, viel Ironie, Sarkasmus und Satire hagelt es ordentlich Sozialkritik, ohne jedoch mit dem Finger auf seine Position zu deuten. So befasst sich Wo kann man das kaufen mit dem aktuellen Konsumtrend, Meinungsfrei mit Leuten, die sich lieber überall raushalten als eine Meinung zu vertreten und Freie Liebe versucht sich sogar am Thema Polygamie. Sogar Lisa bekommt mit Wie Zuhause ihren eigen mein-Hobby-ist-Reisen-Song.

Auch musikalisch enttäuscht Alligatoah nicht. Eingängige Refrains, die zum mitsingen motivierten sind genauso zu finden wie Rock-Rap-Songs die mit verzerrten Gitarren helfen Aggressionspotential abzubauen. Außerdem hat er sich für den Song Beinebrechen Unterstützung von Felix Brummer, dem Leadsänger von Kraftklub geholt, was natürlich nie schaden kann.

Autor: Anna Knake