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Album der Woche KW 3: Bilderbuch – Mea Culpa

Bilder von Songtexten auf ihrem Instagram-Account und ein paar Tweets deuteten einen bevorstehenden Albumrelease der Band Bilderbuch an. Am 4. Dezember erschien dann mea culpa, das fünfte Album der Band, allerdings wurde das Album bisher nur im Internet veröffentlicht. Mit diesem Album fügen Bilderbuch ein neues Kapitel in ihrer Diskographie hinzu UND am 22.Februar folgt auf mea culpa schon das nächste Bilderbuch-Album VERNISSAGE MY HEART.

Seit ihrer Bandgründung 2005 in Oberösterreich sind Bilderbuch auf Erfolgskurs. Damals noch mit einer etwas anderen Bandbesetzung, erschien 2009 ihr erstes Debütalbum Nelken & Schillinge.  Seither haben sie sich weiterentwickelt, sich immer wieder neu erfunden und experimentiert. Beim Amadeus Austrian Music Award 2017 wurde Bilderbuch in den Kategorien „Band des Jahres“ und „Liveact des Jahres“ ausgezeichnet und auch das Musikvideo zu Maschin erhielt einige Preise.

Auf mea culpa, was so viel wie „meine Schuld“ bedeutet und umgangssprachlich als eine Art Bitte um Vergebung verstanden werden kann, entschuldigen sich Bilderbuch möglicherweise mit einem Augenzwinkern dafür, dass sie ihre Vielseitigkeit weiter ausbauen. Denn das neue Album klingt, im Vergleich zu den vorangegangenen Alben, ruhiger und loungiger. Elektro, Dreampop, vibrierende Gitarren und allerlei technischer Schnickschnack werden hier zusammengebracht. Ganz deutlich ist der Einfluss der Indieszene zu hören, aber Bilderbuch setzen wie immer ganz eigene Nuancen und testen Grenzen aus, um hoffentlich am Ende a bissl Liebe zu finden.

Großes Thema des Albums ist das Internet. Bilderbuch verarbeiten das Thema raffiniert und präsentieren ein grenzgeniales, rohes Zuckerl mit dem sie den Versuch unternehmen, die Zuhörer über die Schallwellen in eine Art Cybersex einzuladen. Auch wenn sich der Sound etwas verändert hat, bleibt sich Bilderbuch ihrer sprachlichen Experimentierkunst treu und erzählen ehrlich von Alltagsgeschichten, singen kritisch über die „superrich kids“, die Stress haben und über die Liebe und Herzschmerz in Zeiten von Smartphones, Apps und Internet. Da kann jeder mitfühlen!

Autorin: Marika Cordes