Politischer Rap trifft auf Rock, elektronische Sounds und eine ordentliche Portion Provokation: Mit „Kaputt“ liefert KAFVKA ein Album, das gesellschaftliche Probleme nicht nur anspricht, sondern ihnen direkt ins Gesicht schreit.

KAFVKA ist eine Crossover-Band aus Berlin, die Rap, Rock und elektronische Elemente miteinander verbindet. Der Name der Band ist eine Verschmelzung ausdem Schriftstellers Franz Kafka und dem früheren MTV-Moderators Markus Kavka. Bereist seit 2013 existiert die Band KAFVKA. Dennoch ist “Kaputt ihr erst viertes Album.
Bekannt ist KAFVKA durch ihre politischen und gesellschaftskritischen Texte. Die Band positioniert sich klar links , engagiert sich für soziale Gerechtigkeit und gegen Rechts. Besonders bekannt ist sie durch den Song “Alle hassen Nazis” und auch mit ihrem Album “Kaputt” schließen sie genau an diese politischen Botschaften an. Durch Songs zu Themen, wie Rechtsruck, Klimapolitik, Wohnungsnot, Konsum und soziale Ungleichheit. Diese Themen werden nie nur angedeutet, sondern explizit angesprochen. Dabei ist die Musik häufig deutlich eingängiger, als es die teilweise düsteren Inhalte vermuten lassen.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Song „Millionen“. Der Song beschäftigt sich mit Erben, Reichtum und der Frage, wie ungerecht Vermögen verteilt ist. KAFVKA verpackt diese Kritik allerdings nicht in einen düsteren Protestsong, sondern in einen eingängigen Mix aus Pop, Elektro und Gitarren. Dadurch bekommt der Song fast schon einen Mainstream-Charakter und bleibt trotzdem klar politisch und ruft dennoch zum protest auf, da die aggression in den Texten nicht verschwindet.
Doch gerade durch die aktuellen probleme versucht die Band im Album nicht nur mit Spaß zu überzeugen sondern spricht auch ernstere Klänge an. Zum Beispiel im Song „Wo wollen wir wohnen“. Der Song beschäftigt sich mit der Wohnungsnot und den steigenden Mietpreisen. Dabei ist er musikalisch deutlich ruhiger. Die leichteren Gitarrensounds erinnern stellenweise fast an einen klassischen Liedermacher-Song. Gleichzeitig vermittelt die Musik eine gewisse Verzweiflung, die gut zum Thema passt.
Genau diese Verzweiflung, politischen Entwicklungen zuzusehen, macht sich auch im Song “Kaputt” bemerkbar. Die Verzweiflung macht sich in einem Rundumschlag gegen verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen bemerkbar: Klimapolitik, steigende Armut und den politischen Rechtsruck. Es beschreibt die aktuelle kaputte Welt und beginnt mit einer eindrücklichen Beschreibung von Armut. Ganz hoffnungslos bleibt der Song allerdings nicht. Denn vielleicht, aber nur ganz vielleicht, kann man ja das kaputtmachen was einen kaputt macht. Leicht aggressiv lädt der Song dazu ein aufzustehen und in einer kaputten Welt den Kapitalismus, der dafür die Ursache ist, zu bekämpfen.
Genau diese Agression lässt sich auch im Song „Geburtstag“ erkennen . Der Song wirkt zunächst zwar fast wie ein einfacher Spaß-Song, in dem verschiedene Prominente kurzerhand von einer imaginären Geburtstagsparty ausgeschlossen werden. Sänger Jonas Kakoschke beschreibt die Idee dahinter selbst als den Versuch, einfach einen „dummen Song“ zu machen und ein paar Prominente daraufzupacken. Genau diese Einfachheit macht den Song gleichzeitig so eingängig. Unterstützt wird das Ganze durch einen schnellen Beat, weniger Rap-Parts und einer leicht kindlich-patzigen, aggressiven Stimme.
Hinter dem Humor steckt allerdings eine klare politische Botschaft. Verschiedenen Politikerinnen und Politikern, sowie beispielsweise Elon Musk, werden Heuchelei, fehlende Bodenhaftung und gesellschaftlich problematisches Verhalten vorgeworfen. Durch die humorvolle Umsetzung wirkt der Song dabei weniger wie eine klassische politische Ansage, sondern eher wie eine überspitzte Geburtstagseinladung, auf der bestimmte Personen ausdrücklich nicht willkommen sind.
Neben gesellschaftlichen Themen verarbeitet Sänger Jonas Kakoschke auf dem Album auch persönliche Erfahrungen. Besonders deutlich wird das in „Wie aus Stein“. Der Song verbindet persönliche Gefühle mit der Frage, wie schwierig es sein kann, sich trotz negativer Nachrichten und gesellschaftlicher Probleme weiterhin für eine bessere Welt einzusetzen. Gerade dadurch wirkt der Song weniger wie eine politische Parole und mehr wie eine persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Umgang mit diesen Themen.
„Kaputt“ zeigt damit eine Seite von KAFVKA, die gleichzeitig politisch, persönlich und musikalisch zugänglich ist. Die Band formuliert ihre Positionen sehr deutlich, ohne dabei auf eingängige Hooks und tanzbare Sounds zu verzichten. Und verarbeitet daebei. überraschend zeitlos aktuelle Themen.
Autorin: Philippa Petersen

