Fröhliche Musik, traurige Texte. So könnte man die Songs der Leoniden beschreiben – doch wie traurig sind die „Sophisticated Sad Songs“ wirklich?

Die Kieler Indie-Rock-Band Leoniden hat mit „Sophisticated Sad Songs“ ihr mittlerweile viertes Studioalbum veröffentlicht. Das Album besteht aus 10 songs, die musikalisch vor allem eines sind: eingängig, energiegeladen und tanzbar.
Beispielsweise der Song „Keep Fucking Up“, er lädt eher zum Mitsingen und Mitviben ein, als sich in melancholischen Gedanken zu verlieren, obwohl der Text eher pessimistisch ist. Gerade dieser Gegensatz zieht sich durch das gesamte Album: Die Musik macht gute Laune, während die Texte häufig von weniger fröhlichen Themen erzählen.
Ein weiteres Beispiel ist der Song . „A Million Heartbreak Songs“ der klingt deutlich melancholischer. Dennoch sind auf dem Album viele „Sad-but-happy“-Songs: traurige Inhalte treffen auf Musik, die eigentlich viel zu gut gelaunt klingt, um dazu zu passen.
Die Leoniden selbst beschreiben ihre Musik deshalb gerne als Songs, die traurig sind, ohne traurig zu klingen. Auch „Sophisticated Sad Songs“ passt genau in dieses Konzept. Ein typischer Leoniden-Song auf diesem Album beginnt häufig zunächst etwas zurückhaltend und erzählerisch, bevor er in einen eingängigen Refrain übergeht. Spätestens in der zweiten Hälfte entwickelt sich daraus eine regelrechte Hymne, die zum energetischen Mittanzen einlädt. Einen besonderen Touch bekommen die Songs von der markanten Tenorstimme von Sänger Jakob Amr. Gerade auf Live Konzerten funktioniert die Songs von dem Album gut.
„Sophisticated Sad Songs“ ein Album, das genau mit seinem Widerspruch funktioniert. Die Leoniden verbinden melancholische und teilweise traurige Themen mit energiegeladenem Indie-Rock. Wer beim Hören also eigentlich über Herzschmerz nachdenken sollte, findet sich schnell dabei wieder, laut mitzusingen und zu tanzen. Vielleicht liegt genau darin die Stärke der „Sophisticated Sad Songs“.
Autorin: Philippa Petersen

