Trust-Vertrauen, ein ziemlich großes Wort, doch genau das ist der Titel vom neuen Album von Jeremias.

Mit trust veröffentlicht die Band JEREMIAS mittlerweile ihr viertes Album. Die vier Bandmitglieder schließen dabei an ihre vorherigen Alben “ Golden Hour”,”Von Wind und Anonymität” und “Ich fühle alles durch dich mit”, mit entspannten Klängen an.
Ihre Texte versuchen viel Gefühl ohne übertriebenes Pathos zu vermitteln. Dabei werden insbesondere Themen wie Vertrauen, Liebe und Freundschaft auf eine gefühlvolle Art und Weise angesprochen. Begleitet durch die Stimme des Sängers Jeremias Heimbach, nachdem die Band benannt ist. Das Album wirkt entschleunigt und eignet sich mit seiner entspannten Atmosphäre besonders für ruhige Momente – etwa beim Lernen oder auf einer langen Zugfahrt.
Jedoch vermitteln, gerade auf diesem Album, viele Songs das Gefühl, dasss man sie bereits gehört haben könnte. So als hätte sich die Band in ihrem Stil festgefahren. Doch genau das spiegelt den Titel des Albums “trust “ wieder. Denn auch musikalische Kontinuität kann Vertrauen schaffen. Dennoch hätte dem Album an einigen Stellen ein neuer Impuls gutgetan.
Der Titel des Albums erhält zudem eine besondere Bedeutung vor dem Hintergrund der Vorwürfe aus dem vergangenen Jahr. Damals geriet die Band in die Kritik, weil sie zunächst die Zusammenarbeit mit einer Person beendete, gegen die Vorwürfe von Manipulation und systematischem Machtmissbrauch erhoben worden waren, diese später jedoch für ein Musikvideo wieder aufnahm. Auffällig ist, dass JEREMIAS rund um das Album keine Interviews gibt. Dadurch bleibt offen, ob und wie sich die Band mit den Diskussionen auseinandersetzen möchte.
Zu den bekanntesten Songs des Albums zählt „meer“. Der melancholische Titel wurde bereits Monate vor dem Album veröffentlicht und bringt die ruhige, emotionale Stimmung von trust besonders gut auf den Punkt.
Insgesamt bleibt trust ein stimmiges, atmosphärisches Album, das Fans von JEREMIAS genau das bietet, was sie erwarten. Wer sich jedoch eine deutliche musikalische Weiterentwicklung erhofft hat, dürfte nach dem Hören mit gemischten Gefühlen zurückbleiben.
Autorin: Philippa Petersen

