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Ein Publikum im Ausnahmezustand – Nina Chuba brachte Nürnberg zum Beben

Am 25. Oktober 2025 verwandelte sich die PSD Bank Nürnberg Arena in ein Meer aus Lichtern. Bass und Euphorie, mitreißende Beats und ehrliche Worte. Schon bevor Nina Chuba die Bühne betrat, war klar, dass dieser Abend alles andere als gewöhnlich werden würde.

Bild: funklust e.V.

Zwischen aufgeregtem Stimmengewirr und blinkenden Handylichtern war die Spannung greifbar – und dann betrat Majan die Bühne. Als Voract verstand es der Rapper, das Publikum von der ersten Sekunde an in seinen Bann zu ziehen. Mit seiner Mischung aus lässigem Charme, emotionalem Deutschrap und beeindruckender Bühnenpräsenz brachte er die Menge so langsam aber sicher in Bewegung. Man merkte, dass viele ein paar seiner Songs bereits kannten, und als er ankündigte, bald mit eigener Tour nach Nürnberg zurückzukehren, ging ein hörbares Raunen durch die Menge. Spätestens an diesem Punkt war klar, dass Majan nicht nur ein „Vorprogramm“ war , sondern ein Act, der selbst der Headliner sein könnte. Zwar war sein Auftritt leider irgendwann vorbei, jedoch war es nicht das letzte Mal an diesem Abend, dass man Majan auf der Bühne sehen würde.

Als die Lichter schließlich erloschen und der erste Beat erklang, brach Jubel aus. Nina Chuba trat ins Scheinwerferlicht und die Arena explodierte vor Energie. Die Bühne war T-förmig aufgebaut, sodass Nina immer wieder tief ins Publikum hineinlaufen konnte. Mal allein, mal gemeinsam mit ihren Tänzer:innen nutzte sie jeden Meter dieser Fläche, um mit den Fans auf Tuchfühlung zu gehen. Schon nach den ersten Songs wie „Wenn das Liebe ist“, „Ich glaub ich will heut nicht mehr gehen“ und „Freitag“ war klar, diese Frau hat die volle Kontrolle über die Menge. Nina strahlte pure Spielfreude aus, wirkte gleichzeitig nahbar und stark. Zwischen den Songs sprach sie offen über Selbstfindung, Zweifel und Empowerment – Themen, die ihre Texte so greifbar machen. Man hatte das Gefühl, sie singt nicht zu den Menschen, sondern mit ihnen.

Im Mittelteil ihres Konzerts zeigte sich Nina von einer ganz anderen Seite. Bei den ruhigeren Songs „Unsicher“ und „Rückspiegel“ wurde es still in der Arena. Während die ersten Töne erklangen, fuhr eine Plattform nach oben – langsam erhob sich Nina über die Menge, bis sie hoch über allen Fans stand. Von dort aus sang sie in die Dunkelheit, umgeben von sanften Scheinwerfern und Handylichtern, die wie Sterne wirkten. Es war ein Gänsehautmoment, der deutlich machte, wie sehr sie ihre Bühneninszenierung nutzt, um Emotionen sichtbar zu machen. Statt Abstand zu schaffen, brachte dieser Moment sie dem Publikum paradoxerweise noch näher. 

Wut, Tanz und pure Ekstase – kaum verklang der letzte Ton, drehte Nina das Tempo wieder auf. „Rage Girl“, „Fahr zur Hölle“ und „80qm“ ließen die Arena beben. Gemeinsam mit ihren Tänzer:innen sprintete sie über die Bühne, wechselte zwischen den Ebenen und brachte das Publikum mit jeder Bewegung zum Mitspringen. Es war eine perfekte Mischung aus Choreografie und Spontaneität – es wirkte kraftvoll, aber nie einstudiert. Jeder Song war ein neues Kapitel zwischen Aggression, Freude und absoluter Freiheit.

Bild: funklust e.V.

Einer der lautesten Jubelmomente des Abends kam dann, als Majan plötzlich wieder auf die Bühne stürmte. Gemeinsam mit Nina performte er „Ich hass dich“ – und die Chemie zwischen den beiden war sofort spürbar. Sie scherzten, sangen sich gegenseitig an, und das Publikum drehte vollkommen durch. Es war einer dieser Momente, die man nicht planen kann – spontan, ehrlich, unvergesslich.

Nach diesem kraftvollen Moment folgte ein Ende voller Gänsehaut. Nina kehrte unter tosendem Applaus für die Zugabe zurück. Mit „Fata Morgana“ brachte sie ein letztes Mal alle zum Tanzen, bevor sie mit „So lange her“ den emotionalen Schlusspunkt setzte. Noch einmal sangen tausende Stimmen gemeinsam jede Zeile mit, ein Moment kollektiver Euphorie, bevor das Licht langsam erlosch.

Nina Chuba zeigte in Nürnberg, warum sie zu den spannendsten Stimmen der deutschen Popmusik zählt. Hier stand keine Künstlerin, die einfach nur Songs spielte – hier erzählte jemand Geschichten, die unter die Haut gingen. Und auf dem Heimweg summte wohl noch jeder: „Wenn das Liebe ist, dann bleib ich hier.“

Autorin: Luisa Mauser

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