Alle sechs Jahre stehen die Kommunalwahlen an – 2026 ist es wieder soweit. Wo wähle ich? Was wird konkret gewählt? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Kommunalwahlen 2026 findest du hier.

Wappen: Stadt Erlangen
Das Wichtigste vorweg: Was, wann und wo?
Die bayerischen Kommunalwahlen finden dieses Jahr am Sonntag, den 8. März statt. Gewählt werden kann zwischen 8:00 und 18:00 Uhr.
Du bist wahlberechtigt, wenn du…
- … mindestens 18 Jahre alt bist,
- … deutsche:r Staatsbürger:in oder EU-Bürger:in bist,
- … deinen Hauptwohnsitz bzw. Lebensmittelpunkt seit zwei Monaten in der jeweiligen Kommune – hier also in Erlangen – hast,
- … nicht per gerichtlicher Verordnung von den Wahlen ausgeschlossen wurdest.
Wenn du all diese Anforderungen erfüllst, solltest du bis spätestens 15. Februar 2026 deine Wahlbenachrichtigung per Brief erhalten haben. Ist sie noch nicht angekommen, wende dich bitte umgehend an das zuständige Wahlamt.
In dem Brief steht alles, was du wissen musst – so etwa auch, in welchem Wahllokal du wählen wirst. Diesen Brief musst du ins Wahllokal mitnehmen, um wählen zu können.
Gut zu wissen: Es besteht auch die Möglichkeit zur Briefwahl! Die Briefwahl – sowie einen Wechsel des Wahllokals – kannst du per Post, telefonisch oder auf der Website der Kommune beantragen. Am Wahltag müssen die Unterlagen bis 15:00 Uhr beim Wahlamt vorliegen.
Außerdem wichtig: Falls kein:e Oberbürgermeister-Kandidat:in mehr als 50% der abgegebenen Stimmen erhält, findet am 22. März eine Stichwahl statt.
So funktioniert die Wahl
Gewählt werden der:die Oberbürgermeister:in und die Mitglieder des Stadtrats. Dafür bekommst du zwei unterschiedliche Zettel.
Bei den Oberbürgermeisterkandidat:innen hast du eine Stimme. Es gewinnt, wer über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereint.
Der Erlanger Stadtrat hat 50 Mitglieder – somit hast du bei der Wahl 50 Stimmen. Du kannst weniger vergeben, mehr Stimmen führen jedoch zur Ungültigkeit deiner Wahlabgabe.
Bei den Kandidat:innen des Stadtrats hast du zudem drei Möglichkeiten der Stimmverteilung:
- Du gibst einem:einer Kandidat:in maximal drei Stimmen (das sogenannte „Kumulieren“).
- Du verteilst deine Stimmen auf Kandidierende diverser Listen (das sogenannte „Panaschieren“).
- Du kreuzt einfach eine Parteiliste an, sodass deine 50 Stimmen von oben nach unten an die Kandidat:innen dieser Liste gehen.
Kumulieren und Panaschieren können auch kombiniert werden (beispielsweise kannst du an Kandidierenden mehrerer Listen drei Stimmen vergeben). Hauptsache ist, nicht mehr als die 50 Stimmen abzugeben, die dir zur Verfügung stehen.
Du kannst sogar einzelne Kandidierende in Listen streichen, wenn du sie nicht mitwählen willst.
Generelles zu den Kommunalwahlen
Kommunalwahlen finden im Regelfall alle sechs Jahre statt. Im Gegensatz zur Bundestagswahl gibt es keine 5-Prozent-Hürde – das heißt, sofern eine Partei oder Wählerliste genügend Stimmen für einen Sitz im Stadtrat erhalten hat, wird sie dort auch repräsentiert. An welche Kandidierenden ein Sitz im Stadtrat geht, wird letztendlich nicht durch die eigene Listenanordnung bestimmt, sondern das entscheiden die Stimmen, die diese Kandidierenden von den Wählenden erhalten haben. Heißt konkret: Selbst Kandidierende, die auf Platz 1 in ihrer Liste stehen, könnten zu wenige Stimmen haben, um einen Sitz im Stadtrat zu erhalten. Wenn jedoch auf der gleichen Liste der fünfte Platz beliebt ist, so könnte diese Person trotzdem reinkommen.
Weitere Infos zum Ablauf gibt es auf der Website des Bayerischen Innenministeriums.
Das sind die Aufgaben der Gewählten
Der Stadtrat in Erlangen besteht aus 50 ehrenamtlichen Mitgliedern und hat die Hauptaufgabe, über alle wichtigen Angelegenheiten der Stadt zu entscheiden. So beschließt er etwa städtische Satzungen und Verordnungen, verabschiedet den jährlichen Haushalt und legt Steuern sowie Gebühren fest. Zudem entscheidet der Stadtrat über große Infrastrukturprojekte, wählt die berufsmäßigen Stadträte und entscheidet über Förderungen für Vereine und kulturelle Projekte – so etwa das Poet*innenfest oder die Bergkirchweih.
Der:die Oberbürgermeister:in hingegen steht an der Spitze der Stadtverwaltung – diese hat knapp 3.000 Mitarbeitende. Die Person in dieser Rolle leitet die Stadtratssitzungen, ist verantwortlich dafür, die Beschlüsse des Stadtrats mithilfe der Verwaltung in die Tat umzusetzen, und repräsentiert die Stadt nach außen.
Weitere Angebote zu den Wahlen
Einen schnellen Überblick bietet unser funk-o-mat. Hier kannst du verschiedene Fragen zur Kommunalpolitik in und um Erlangen beantworten, um eine Empfehlung zu erhalten, welche Partei am meisten mit den eigenen Meinungen übereinstimmt.
Bei der Podiumsdiskussion der wahlarena kannst du dir ein Bild von den drei aussichtsreichsten OB-Kandidierenden machen. Hier diskutieren Florian Janik (SPD), Jörg Volleth (CSU) und Eva Linhart (Bündnis 90/Die Grünen) über die Themen, die Erlangen bewegen.
Rückblick auf die Kommunalwahlen 2020
Bei den letzten Erlanger Kommunalwahlen im Jahr 2020 gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem sich der amtierende OB Florian Janik (SPD) in der Stichwahl erneut gegen seinen Herausforderer Jörg Volleth (CSU) durchsetzen konnte. Im Stadtrat hingegen siegte die CSU mit 29,8% und 15 Sitzen, knapp vor den Grünen und der SPD, die jeweils 11 Sitze erreichen konnten.
Die Grünen waren schon bei den vorangegangenen Landtagswahlen die dominierende Kraft bei jungen Wählenden. Vor allem Themen wie der Ausbau von Radwegen und der Klimaschutz im Allgemeinen, vorangetrieben durch Fridays For Future, waren hier ausschlaggebend. Auch die Klimaliste Erlangen konnte von diesem Trend profitieren – und schaffte aus dem Stand den Einzug in den Stadtrat.

Autor: Thomas Wilhelm

