Auch nach 13 Jahren überrascht As Everything Unfolds mit ihrem Musikstil. “Did you Ask to be Set Free?” ist alles, außer einfach zu erklären. Ich versuchs trotzdem

Warum eine Band, die schon seit über 10 Jahren aktiv ist, erst ihr drittes Album veröffentlicht, lässt sich für mich nur mutmaßen. Die ursprüngliche Band, die 2013 gegründet wurde, existiert so auch nicht mehr. Davon ist nur noch Adam Kerr als Gitarrist übrig. Alex Paton, der ursprünglich auch den Gesang übernommen hat, ist wohl gegen 2018 und mit dem Eintritt von Charlie Rolfe aus der Band ausgestiegen. Ob das zusammenhängt, hat die Band allerdings nie offiziell erklärt. Auch der Tod des Schlagzeugers Jamie Gowers 2025 dürfte für die Band keine einfache Zeit bedeutet haben.
Dennoch veröffentlichen sie auch 2026 noch ein Album. “Did You Ask to Be Set Free?” hat es dabei in sich. Denn versucht man einmal zu erklären, welchen Stil die Band hat, kommt man schnell in Erklärungsschwierigkeiten. Vielleicht liegt das daran, dass die Band schlicht keinen Stil hat. Das klingt vielleicht als erstes etwas abwertend oder nach “stillos”, aber das trifft es auch nur so halb. Viel mehr macht die Band einfach das, worauf sie bock hat und darunter fällt so ziemlich alles, was sich irgendwie unter Metal zusammenfassen lässt. Balladen, Metalcorebanger, gefühlvolle Texte, aggressive Melodien, melancholisch, poppig, upbeat… Mir gehen hier irgendwann die Eigenschaften aus, mit denen ich das neue Album beschreiben kann. Einfach zusammengefasst lässt sich aber sagen: As Everything Unfolds macht irgendwie alles ein bisschen und alles davon gut.
Das Highlight des Albums zeigt aber auch, wie weit die Band mittlerweile gekommen ist. Der Song “What You Wanted” hat einen Featuregast, der so klingt, als würde er schon immer zur Band gehören. Dani Winter-Bates von Bury Tomorrow growlt hier im Duett mit Charlie Rolfe. Der Drop startet heftig in den Song, Charlie und Dani beschwören dann erstmal einen Dämon und beweisen dann, dass Screaming und Growling auch harmonisch klingen kann. Zusätzlich klingen die gesungenen Parts auch wieder sehr kraftvoll. Rundum ist hier jetzt schon sowas wie ein moderner Klassiker entstanden.
Aber auch das restliche Album muss sich davor nicht verstecken. Weil As Everything Unfolds so diverse Stilrichtungen ausprobiert, könnte für alle Metalfans was dabei sein. Aber überzeugt euch da wie immer am besten selbst.
Autor: Moritz Meckl

