Auch wenn man von der FAU für ein Auslandssemester angenommen worden ist, steht die Bewerbung an der Auslandsuni noch aus. Wir haben für euch geklärt, worauf ihr im Verlauf achten solltet!

Ihr wurdet also von der FAU für ein Auslandssemester angenommen? Nein? Oh, dann lest doch am besten den ersten Teil dieser Reihe! Dort erfahrt ihr, wie ihr die ersten Schritte für ein Auslandssemester über die FAU organisiert. Und falls ihr doch eine Zusage erhalten habt: Herzlichen Glückwunsch! Ihr habt den ersten Teil geschafft und dürft euch auf die Schulter klopfen. Damit ihr es etwas entspannter habt, bekommt ihr hier von mir alle Tipps und Tricks, die ich während meiner Bewerbung an der Auslandsuni gerne gehabt hätte.
Ich darf über die FAU ins Ausland- und jetzt?
Mit der Bewerbung an eurer Zieluni kommen wieder neue Deadlines auf euch zu. Als allererstes solltet ihr euch diese notieren und fett im Kalender markieren. Denn die angenommene Bewerbung an der FAU bedeutet nur, dass ihr das Vertrauen erhalten habt, sie im Ausland zu repräsentieren. Ihr beeinflusst mit eurem Verhalten auch das Image, das eure Auslandsuni von der FAU hat. Ob diese euch auch wollen, hängt nun allein von euch und euren Organisationsfähigkeiten ab. Es ist zwar wahrscheinlich, dass ihr angenommen werdet, wenn ihr es bis hierher geschafft habt. Aber bemüht euch trotzdem um die Zustimmung der Hochschule im Ausland, um keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen.
Woher weiß ich, welche Dokumente meine Zieluni braucht?
Als Erstes dürft ihr euch nun wieder der Abgabe von Dokumenten widmen. Vom Team Mobility der FAU, das euch beim Bewerbungsprozess an der Auslandsuni unterstützt, bekommt ihr im Mobility-Portal zunächst einen Leitfaden mit allen wichtigen Informationen. Diesen müsst ihr herunterladen und aufmerksam durchlesen. Macht euch am besten gleich in einem Textdokument eine Liste mit Deadlines, Ansprechpersonen und den benötigten Dokumenten. Welche das sind, hängt ganz von eurer gewählten Uni ab. Zum Beispiel braucht ihr für Bewerbungen außerhalb der EU einen Reisepass, oder ihr müsst euch für euer Zielland mit dem Thema Visum beschäftigen.
Ich habe mich an der Pusan National University in Südkorea beworben. Diese forderten ein paar Dokumente, die ich bereits von der Bewerbung an der FAU hatte: den Notenspiegel und die Immatrikulationsbescheinigung, die ich über Campo erhielt.
Außerdem wollten sie ein aktuelles Passfoto von mir aus den letzten 6 Monaten und einen Scan meines Reisepasses. Dabei war es wichtig, dass mein Reisepass noch mindestens 6 Monate gültig ist. Falls euer Reisepass nicht mehr lange gilt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um ihn noch zu verlängern!
Abgesehen davon musste ich nachweisen, dass ich den Aufenthalt auch finanzieren kann. In meinem Fall unterstützten mich meine Eltern. Also forderten sie bei der Bank einen unterzeichneten Kontoauszug mit der Mindestsumme an und füllten eine Verpflichtungserklärung aus. Damit diese gültig ist, mussten sie nachweisen, dass sie tatsächlich meine Eltern sind – und die Übersetzung des Nachweises musste zusätzlich amtlich bestätigt sein. Solltet ihr so etwas brauchen, könnt ihr das Team Mobility kontaktieren. Sie können euch solche Dokumente unterschreiben und abstempeln. Das Team Mobility ist euer Ansprechpartner, der für euch auch bei Fragen oder Problemen da ist.
Wie kann ich finanzielle Unterstützung bekommen?
Spätestens jetzt solltet ihr euch auch nach anderen finanziellen Mitteln umschauen. Solltet ihr von euren Eltern keine Unterstützung bekommen, könnt ihr zum Thema Stipendien recherchieren. Selbst wenn ihr nicht für BAföG qualifiziert seid, könnt ihr euch für Auslands-BAföG bewerben. Den Antrag dafür könnt ihr inzwischen auch elektronisch stellen. Für Fragen gibt es für jedes Land eine bestimmte Ansprechperson oder -gruppe, an die ihr euch wenden könnt. Denkt daran, dass der Antrag am besten 6 Monate vor eurem Aufenthalt fertig sein sollte. Also investiert am besten schnell ein Wochenende und gebt den Antrag rechtzeitig ab – aber auch ein verspäteter Antrag kann erfolgreich sein! Alle Dokumente, die ihr für den Antrag jetzt noch nicht habt, könnt ihr auch nachreichen.
Alternativ lohnt es sich, die FAU internen Stipendien und externen Stipendien von anderen Organisationen wie dem DAAD (Deutscher Akademischer Auslandsdienst) oder politischen Stiftungen anzuschauen. Auch hier ist ein guter Notenschnitt zwar hilfreich, aber einen Versuch ist es mit jedem Schnitt wert! Zuletzt könntet ihr euch auch informieren, ob euer Zielland oder eure Zieluni ebenfalls Stipendien anbietet.
Kann ich im Ausland ECTS Punkte sammeln?
Falls ihr bereits eine Kursliste von eurer Zieluni bekommen habt, lest diese aufmerksam durch. Es ist möglich, dass ihr zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt. Die Klappe heißt “Learning Agreement”. An eurem Studiengang gibt es eine Studiengangsbetreuung, die sich mit der Kursbelegung auskennt. Diese Person kann euch beim Learning Agreement helfen, damit ihr euch Kurse aus dem Ausland für euer reguläres Studium anrechnen lassen könnt. Wenn ihr z.B. einen Aufbaukurs im Bereich Mathematik belegen müsst und ein solcher Kurs an eurer Auslandsuni angeboten wird, kann dieser euch angerechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Aufwand und die Prüfungsleistung vergleichbar sind. Sollte das nicht klappen, könnt ihr beantragen, dass euch das gesamte Auslandssemester mit 5 ECTS als Schlüsselqualifikation über das Prüfungsamt nach Ende eures Aufenthalts anrechnen lassen. Dazu fragt ihr am besten die für euch zuständige Person des Prüfungsamtes oder eure Studiengangsbetreuung.
Eine Sache, die ihr auch noch machen könnt, ist ein Urlaubssemester zu beantragen. Der Vorteil davon ist, dass eure Studienlaufzeit pausiert wird und ihr nicht ein Semester lang “quasi nichts” an der FAU gemacht habt. Lest euch die Richtlinien gut durch und schickt das Formular rechtzeitig ab.
Puh… ganz schön viel. Aber das meiste kennt ihr schon aus der ersten Phase! Und wenn ihr zur Deadline alles abgegeben habt, dann folgt nun wieder die wohlverdiente Pause! Cheers!
In Teil 3 lest ihr, wie ihr euch am besten auf euren konkreten Aufenthalt vorbereitet. Von Rechercheplattformen bis zum Vorschlag für die Packliste sind viele Tipps dabei!
Autorin: Lina Wild

