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Album der Woche KW 12: Gorillaz – The Mountain

Ein Album über den Tod, das keine Angst macht:  In „The Mountain“ begeben sich Gorillaz auf eine musikalische Weltreise voller Trauer, experimenteller Klänge und echter Hoffnung.

Bild: gorillaz.com

Eine Reise durch verschiedene Länder, ferne Kulissen und mittendrin das Verarbeiten von ganz persönlichen Verlusten. Gorillaz melden sich mit ihrem neuen Album „The Mountain“ zurück. Es wirkt wie ein musikalisches Tagebuch: zwischen Verlust, Erinnerung und Zuversicht, getragen von ihren gewohnt experimentellen Klängen. 

Inspiration sammelte die Band auf Reisen rund um den Globus. Vor allem die Eindrücke in Indien prägten ihr Album stark. Anstatt schmerzhafte Erfahrungen zu verdrängen, lassen Gorillaz Raum für Trauer. Dabei sind sie so geschickt, ihre traurigen Gefühle in Klänge zu verpacken, dass Hoffnung und andere positive Gefühle mitschwingen. Damon Albarn bringt das Konzept selbst auf den Punkt: Ziel war es, ein Album über den Tod zu machen, das Menschen weniger Angst davor macht. 

Dieser zugängliche Umgang mit einem schmerzhaften Thema zeigt sich auch in den Gastbeiträgen. Es sind insgesamt sechs verstorbene Musiker auf der Platte zu hören. Das ist nur möglich dank früherer, bisher unveröffentlichter Tonaufnahmen. Das wird direkt im Song „Delirium“ deutlich: Hier ist die Stimme des verstorbenen Frontsängers der Band The Fall, Mark E. Smith, eingebunden. In dem Song hört und spürt man eine Verzweiflung und das Gefühl, in einer emotionalen Dauerschleife festzustecken,  ohne jegliche Hoffnung. 

Insgesamt vereint das Album 17 Gäste aus sechs Kontinenten und sieben Ländern. Dabei haben sich Gorillaz in der Vergangenheit vor allem auf Features aus den USA oder Großbritannien konzentriert. In dem neuen Album erlebt man wie auf einer Weltreise verschiedenste Instrumente und musikalische Einflüsse aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Trotz dieser Fülle an neuen Eindrücken und altbekannten Stimmen wirkt das Album insgesamt nicht überladen. Stattdessen ist es perfekt ausbalanciert und lässt jedem seinen eigenen Raum. 

Auch das visuelle Konzept hinter der Band wird dem Album „The Mountain“ gerecht. Im Kern produzieren zwar zwei Menschen bei Gorillaz, aber bekannt sind sie für die vier virtuellen Comic-Figuren. Jede dieser Figuren hat ihre eigene Identität und Geschichte. Diese Figuren werden auf den Konzerten von Gorillaz die Show machen. Die Produzenten sind also nicht das Gesicht oder Markenzeichen der Band. Die einzelnen Charaktere erleben eben auch in diesem Album ihre eigenen Geschichten. Genau diese Trennung zwischen realen Machern und Comic-Figuren macht ihre Alben, und dazu zählt auch das neue Werk, zu einem Erlebnis, das über die reine Musik hinausgeht. 

„The Mountain“ fordert auf, sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen. Dabei ist es aber nicht zu schwer zu folgen. Neben intensiven Songs wie „Delirium“ oder „The God of Lying“ gibt es auch ruhigere Songs wie „Casablanca“. Insgesamt ist Gorillaz ein emotionales und ausbalanciertes Album gelungen.

Autorin: Sarah Zimmermann

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