Album der Woche

Album der Woche KW 11: NIKRA – Über beide Ohren

Ein ganz eigener Stil, rhythmische E-Gitarren und politische Texte. Mit “Über beide Ohren” liefert die Band NIKRA ein Debüt-Album, das Genre-Grenzen sprengt.

Bild: Luca Vasi

Ganze fünf Jahre nach ihrer Gründung ist im März 2026 endlich ein erstes Album der Band NIKRA erschienen, das sich deutlich von der deutschen Mainstream-Musikszene abhebt. Die insgesamt zehn Songs des Albums bedienen sich an musikalischen Elementen verschiedener Genres und repräsentieren insgesamt den einzigartigen Stil der vier Musiker*innen. Neben Einflüssen aus Rock, Metal und Neue Deutsche Welle gehört das Herz der Musik sowohl instrumentell als auch textlich dem Punk. NIKRA begreift sich explizit als politische und queere Band und die für Punkmusik typische Gesellschaftskritik ist ein großer Teil des Albums.

Mit “Schieflage” starten die Musiker*innen direkt politisch in das Album und singen über die Gefahren des gesellschaftlichen Rechtsrucks. Der Song “Madonna vs. Brittney” thematisiert, wie starke Frauen gegeneinander ausgespielt werden und kritisiert das Konkurrenzdenken, das in unseren Köpfen verankert ist. Für den Track hat sich Nikra Unterstützung von der Pop-Punk-Band Remote Bondage geholt, die sich klanglich perfekt in den Sound der Band einfügt. 

Der Sound der Band ist auf beeindruckende Weise etwas ganz eigenes und zeichnet sich vor allem durch die dominanten Gitarrenriffs und die raue Stimme der Sängerin aus. Die Musik klingt dadurch nahbar und emotionalisiert gerade durch ihre leichte Imperfektion und Authentizität. 

“Über beide Ohren” ist laut, provokant und lädt zum Mitschreien und wild Tanzen ein. Ein gelungenes Debüt-Album, das Lust auf mehr macht.

Autorin: Barbara Müller

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