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The End of the F***ing World – Review

„The End of the F***ing World“ – eine Serie, die so schockierend ist, dass Netflix sie mit DREI Sternchen zensieren muss, statt nur mit einem? (Übrigens: So könnte man den Titel auch als „The End of the Fishing World“ lesen und als Drama über die Fischerei interpretieren. Oder als „The End of the Flaming World“ und schon wird es zu einem post-apokalyptischen Überlebenskampf.)

Ohh, Amerika! Während hier in Deutschland Sendungen unter dem Titel „Get the Fuck out of my House“ auch tagsüber beworben werben, ganz ohne nervigen Piep-Ton, muss auf der anderen Seite des Ozeans immer alles schön jugendfrei bleiben.

GOTT SEI DANK wird in „The End of the F***ING World“ nur der Titel zensiert – sonst wären die Charaktere nur halb so lebhaft und die Serie auch nur halb so witzig.

Die erste Folge fängt direkt mit folgendem Voice-Over an: „Ich heiße James. Ich bin 17. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich ein Psychopath bin.“ Hört sich im ersten Moment ganz nach Thriller an – und mit dieser Erwartung habe ich die Serie auch angefangen – entpuppt sich dann aber als wundervoll schwarze Komödie.

James, unser vermeintlicher Psychopath, gespielt von Alex Lawther („Black Mirror“), trifft auf Alyssa (Jessica Barden), Bilderbuch-Teenie-Rebellin und „Die Neue“ an der Schule – und alles andere als Klischee (nein, wirklich!). Während James fest davon überzeugt ist, in Alyssa sein erstes (menschliches) Opfer gefunden zu haben, scheint sie ihn tatsächlich einfach zu mögen, auch wenn sie meistens nicht recht weiß, wie sie das am besten ausdrücken soll. Da Alyssa die Schnauze voll von zuhause hat, überredet sie James zu einem Roadtrip, um ihren Vater zu finden. Und der verläuft alles andere als gut.

Meine persönliche Empfehlung ist es, die Serie auf Englisch zu schauen, da Alyssas wundervoller Yorkshire Azent ihren Charakter noch viel besser zur Geltung bringt, als in der deutschen Synchronisation. Der klassische schwarze britische Humor, gemischt mit teilweise sehr düsteren Themen der Serie, machen „The End of the F***ing World“ zu einem weiteren Netflix-Highlight. Originell und unvorhersehbar mit zwei perfekt gecasteten Hauptdarsteller. Schade nur, dass es bisher nur acht Folgen gibt.

Text: Jana Forkel