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Album der Woche KW 08: The Franklin Electric – Blue Ceilings

„Human music for an autotuned world“, das wird über das neue Album Blue Ceilings der Band aus Kanada gesagt. Also wenig Schnickschnack, dafür viel echte Musik. Die Mutter von Jon Matte, dem Kopf der Band, war selbst sehr musikalisch, spielte Klavier und leitete den Kirchenchor. Und die Harmonien, die sich in Chorliedern finden, gibt es jetzt in den Songs zu hören: harmonische Tracks und mehrstimmige Passagen lassen sich in vielen Songs finden.

Der erste Erfolg kam damals mit dem Gewinn des Nashville Songwriting Contest 2012 mit ihrem Song Old Piano, bei dem sich die Band gegen 8.000 andere Teilnehmer durchgesetzt hat. Seitdem geht es für die Folk-Pop Band aus Montreal stetig bergauf. Das Debutalbum This is how I let you down brachte ihnen 2014 den Durchbruch, seitdem standen die Jungs unter anderem für Ben Howard oder Mumford and Sons als Vorband auf der Bühne. Jetzt sind sie mit nach 3 Jahren mit ihrem Album Blue Ceilings zurück. Immer noch mit dem Folk Pop, mit dem sie bekannt wurden.  Die Lieder sind oft melancholisch, aber nie deprimierend – die Hoffnung schwingt immer mit. Das spiegelt sich auf dem Cover des Albums wider: Zu sehen sind Einerseits die bläulich bis gelblichen, ziemlich bedrückenden Wolken, aber dazwischen scheint immer so ein bisschen das Licht, wenn man so will, der Hoffnungsfunke durch. Das spiegelt die Songs ziemlich gut wieder. Außerdem überzeugt Jon Matte, der Sänger und Songwriter der Band ebenfalls durch seine Lyrics. In dem Track Walk with you sind zum Beispiel echte Zitate aus einem Gespräch mit einer Freundin verarbeitet und nicht nur hier macht es Spaß, auf die Lyrics zu hören.

Die Musik an sich ist sehr beruhigend und in sich stimmig. Das Album lohnt sich auch deshalb, weil die Lieder sehr angenehm zum Zuhören sind. Als ich die CD das erste Mal gehört hatte, war ich ein wenig enttäuscht, weil mir die Abwechslung gefehlt hat. Beim Zweite Mal sind mir dann aber die kleinen Unterschiede aufgefallen, die die Lieder ausmachen. Und das hat mich letztendlich auch von dem Album überzeugt. Je öfter man die Songs hört, desto mehr entwickelt jeder seinen eigenen Charakter. Und viele der Lieder oder einzelne Passagen bleiben schon nach ein oder zwei Mal hören im Kopf – entweder wegen der Melodie, oder wegen den Lyrics wie zum Beispiel bei Walk with you.

Wer jetzt Lust bekommen hat, die Band live zu sehen, kann sich freuen:  The Franklin Electric sind im April in Deutschland unterwegs. Zwar nicht in Erlangen, aber dafür zum Beispiel am 04. April in Berlin, am 05. April In Hamburg und – von hier aus wohl am besten zu erreichen – am 13. April in München. Tickets gibt’s ab ca. 20 Euro

Text: Leonie Maderstein