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Album der Woche KW 09: Philipp Poisel – Mein Amerika

Mein Amerika von Philipp Poisel erschien am 17. Februar und enthält 12 neue Songs. Schon die erste Singleauskopplung Erkläre mir die Liebe geht ins Ohr und läuft im Radio rauf und runter. Genauso erfolgreich ist das ganze Album. Es ist noch keine zwei Wochen draußen, hat aber schon in den offiziellen Albumcharts den ersten Platz erobert. Warum, hört man ziemlich schnell. Mit den leichten Elektropop-Elementen kommt die Musik recht leichtfüßig daher, obwohl Philipp Poisel eher traurige und sehr sensible Lieder schreibt. Und genau das scheint bei vielen Menschen einen Nerv zu treffen, erst recht bei dem aktuell sehr stürmischen Februarwetter. 

Dass das Album trotz der deutschen Texte Mein Amerika heißt, hat mit der Entstehungsgeschichte und einem persönlichen Traum von Philipp Poisel zu tun. Er wollte schon immer in Amerika ein Album aufnehmen. Diesen Wunsch hat er sich erfüllt und ist nach sieben Jahren Studiopause ins legendäre Blackbird Studio nach Nashville/Tennessee gereist. Dort haben schon Musikhelden wie Bruce Springsteen ihre Songs aufgenommen. Das war für ihn ein großer Sprung, quasi eine Entdeckungstour. Davon singt er auch im titelgebenden Song Mein Amerika und in San Francisco Nights. Für ihn ist ist Amerika in seiner Traumvorstellung ein romantischer, nostalgischer Sehnsuchtsort, der mit einem Freiheitsgefühl verbunden ist.

Poisel verwendet auf seinem äußerst professionell produzierten Album nicht nur die für ihn üblichen Instrumente wie Klavier, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Er hat auch Streicher, Chor und – passend zu Nashville – Countrymelodien dabei. Poisel selbst sagt dazu in einem Interview mit der Badischen Zeitung, dass er Lust darauf hatte, lauter zu werden. Er kommt aus einem Reihenhaus, wo er das nie konnte. Aber in den großen Hallen, die er mittlerweile bei seinen Konzerten füllt, braucht er seine Band als Unterstützung. Auch auf der Reise sind sie stärker zusammengewachsen.

Mein Amerika ist einfühlsamer Mainstream-Pop, der den Nerv der Zeit trifft. Vom Aufbau und der Instrumentierung der Songs erinnert es an Herbert Grönemeyer, bei dessen Musiklabel es auch erschienen ist. Vom Gesang her schlägt es in dieselbe Kerbe wie die üblichen erfolgreichen Songs zur Zeit von Andreas Burani oder Tim Bendzko und Max Giesinger. Es ist schöne Musik, gut zum Nebenherhören und Träumen.

Wenn ihr Philipp Poisel live sehen wollt: er spielt am 31. März in der Olympiahalle in München und am 7. April in Bamberg in der brose Arena. Tickets kosten allerdings zwischen 37 und 50 Euro.

Text: Julia Riese