web

Album der Woche KW 15: Hathors – Panem Et Circenses

Diesmal heißt unser Album der Woche Panem et Circenses – Brot und Spiele – und kommt von der Schweizer Band Hathors. Zunächst scheint die lateinische Wortwahl etwas befremdlich, aber andererseits passt das äußerst gut zu Hathors. Ihr Bandname ist an eine Göttin aus der ägyptischen Mythologie angelehnt. Hathor ist die Himmelsgöttin des Westens und gleichzeitig die allumfassende Muttergottheit und Totengöttin. Die drei Musiker aus Winterthur mögen also Anspielungen auf alte Kulturen.

Nach ihrem Debüt 2011 ist Panem et Circenses das dritte Album. Gespielt haben Hathors schon auf Wacken und Stoned from The Underground. Auf ihrer Facebookseite beschreiben sie sich selbst als sympathische Jungs, von denen man sich auch mal auf einen Pfeffi einladen lassen kann.

Ihre Musik geht in Richtung Grunge und Garage Rock. Aber es klingt weniger wie Soundgarden, sondern irgendwie dreckiger, auch durch die Gesangsstimme, die manchmal eher ins Groulen abrutscht. Einige Songs sind sehr treibend. Gerade diese Songs sind dann auch eher kurz. Zwischendrin haben Hathors auch ein paar Balladen eingestreut, wie den namensgebenden Track Panem et Circenses, der sehr schwermütig ist und stimmlich wie musikalisch an Black Sabbath erinnert. Inhaltlich kritisieren sie darin unsere abgestumpfte Gesellschaft, die sich durch seichte Unterhaltung zufriedenstellen lässt und Politiker und Industrielle, die die Menschen mit großen Versprechen ablenken und dann doch nur ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen.

Hathors orientieren sich an Legenden der Rockmusik, aber bringen auch ihren eigenen Charakter in die Songs. Das Album ist außerdem abwechslungsreich mit ein paar Balladen und einigen sehr energetischen Krachern. Ein paar Songs irritieren beim ersten Mal hören etwas, weil sie nicht so melodisch sind, aber je öfter ich sie gehört habe, desto besser konnte ich mich in sie einfühlen.

Hathors sollen übrigens auch eine sehr gute Liveband sein. Davon kann man sich direkt am 5. Mai im Kunstverein Nürnberg überzeugen.

Text: Julia Riese