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Album der Woche KW 5: Tocotronic – Die Unendlichkeit

Ein Vierteljahrhundert Bandgeschichte hört sich tatsächlich nach einer Unendlichkeit an. Nun ja, zumindest nach einer kleinen. Das nun 12. Album der Band Tocotronic nahm sich der Geschichte nämlich an und verarbeitet in den abwechslungsreichen Songs das Erwachsenwerden und Erwachsensein, es aber nicht sein wollen. Raus aus der Epoche der Romantik und rein in die Postromantik erleben wir Tocotronic in neu-alter Form. So begegnet uns vertrauliches Gitarrengeschredder aller Ich muss reden, auch wenn ich schweigen muss-Manier. In dem Song Ich würd’s dir sagen wird ein sanfter Neo-Folk eingebaut und hier und da sind Elemente der 80er Jahre zu hören. Nicht nur musikalisch ist das neue Album abwechslungsreich und bietet bekannte Stile der Band aus vergangenen Alben. Auch sprachlich orientiert sich Tocotronic an Zeiten vor ihrer romantischen Phase und gestaltet die Texte zugänglicher und weniger kompliziert, aber alles andere als plump. Wer also mit Tocotronic aufgewachsen oder mit ihren Anfängen vertraut ist wird hier auf seine Kosten kommen. Neuzugänge erfahren hier mal eine andere Seite der Band und werden auf dieser musikalischen Autobiographie durch die Leben von Rick McPhail, Dirk von Lowtzow, Jan Müller und Arne Zank geführt.

Tocotronic wird am 09.03.2018 im E-Werk in Erlangen auftreten und ihr neues Album Die Unendlichkeit vorstellen. Noch sind Karten für 32,90 € erhältlich.

Text: Wolf Burkhardt